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Internationaler Tag des Bettnässens

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Unter dem Motto „Zeit zu handeln“ wird am 25. Mai 2021 der internationale Tag des Bettnässens von der internationalen Gesellschaft für Kontinenz von Kindern und der europäischen Gesellschaft pädiatrischer Urologie veranstaltet. Ziel dieses Events ist es, sowohl bei Experten, als auch in der gesamten Öffentlichkeit, das Bewusstsein zu schaffen, dass mehr für eine Diagnosestellung und Behandlung von bettnässenden Kindern getan werden kann.

 

Fakten über das Bettnässen (Enuresis)


  • Das Wort Enuresis kommt aus dem Griechischen und bedeutet unwillkürliches Einnässen – „en“ in und ourein „Urin lassen“. Es bezeichnet das unwillkürliche und regelmäßige Einnässen nach dem 4. Lebensjahr. Regelmäßig bedeutet hierbei mindestens zwei Mal pro Monat. Gelegentliches Einnässen kommt bei Kindern bis zum 8. Lebensjahr in belastenden Situationen oder bei schweren Erkrankungen vor.
  • Das Einnässen ist die am häufigsten vorkommende Störung im Kindesalter: 15% der Kindergartenkinder, 10% der Siebenjährigen und 6% der Zehnjährigen nässen nachts ein.
  • Der Schweregrad steigt mit zunehmendem Alter: Je älter das betroffene Kind, desto öfter nässt es nachts ein.
  • Geschlechterverteilung: 15% bis 22% der Jungen und 7% bis 15% der Mädchen sind betroffen.
  • Wenn ein Elternteil oder sogar beide als Kinder Bettnässer waren, hat das Kind ein 3- bis 7-mal so hohes Risiko selbst Bettnässer zu werden.
  • 30% der Eltern von bettnässenden Kindern glauben, dass diese aus Faulheit ins Bett machen.
  • Nur knapp die Hälfte der Eltern mit bettnässenden Kindern suchen einen Arzt auf.

Ursachen


Das Bettnässen kann auf viele verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Wichtig ist hierbei zu unterscheiden, ob das Kind nur nachts oder auch tagsüber einnässt.

Genetik

Das nächtliche Einnässen hat mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erbliche Ursachen. Allerdings nur dann, wenn dieses ohne zwischenzeitlich trockene Phase über einen längeren Zeitraum besteht.

Entwicklungsstand

Ein weiterer Grund für das nächtliche Einnässen kann die Entwicklungsverzögerung der Blasenfunktion sein. So ist es möglich, dass die Blasenkontrolle des Kindes noch nicht ausreichend entwickelt, die Blase zu klein für den nächtlich produzierten Urin oder die Urinmenge überdurchschnittlich hoch ist.

Flüssigkeitszufuhr

Aber auch eine falsche Verteilung der Flüssigkeitszufuhr über den Tag kann für das nächtliche Bettnässen verantwortlich sein. Trinkt das Kind tagsüber zu wenig, trinkt es zum Abend mehr. Die Folge ist eine überlastete Blase zur Nacht.

Hormonelle Störungen

Das Hormon Vasopressin hat eine tragende Rolle bei der Steuerung des Wasserhaushalts im Körper und wirkt somit auf die Blasenfüllung. Die Hirnanhangdrüse schüttet im Normalfall das Hormon tagsüber, in einem bestimmten Rhythmus, aus und sorgt dafür, dass sich die Blase nachts nicht übermäßig füllt. Dieses hormonelle Regulationssystem kann bei nächtlichen Bettnässern gestört sein.

Psychologische Ursachen

Sehr wahrscheinlich sind seelische Ursachen bei Kindern, die schon mindestens 6 Monate trocken waren und erneut mit dem Einnässen beginnen. Oft sind es unerwartete Veränderungen im familiären und sozialen Umfeld, die eine Verunsicherung oder Beeinträchtigung hervorrufen. Solche Ereignisse können die Geburt eines Geschwisterkindes, ein Umzug, Konflikte in der Familie oder Trennungserlebnisse sein.

Wie Sie sehen, können die Ursachen des Bettnässens sehr unterschiedlicher Natur sein. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene sich mit diesem Problem an einen Arzt wenden, um die genaue Ursache abklären zu können. Ohne Diagnose ist eine gezielte Behandlung kaum möglich.

 

Diagnosestellung


Bei einer Enuresis ist der erste Schritt der Diagnose eine ausführliche Anamnese. Dazu wird der Arzt beispielsweise wissen wollen, wie das Toiletten- und Trinkverhalten des Kindes ist, wie oft es nachts einnässt und ob es sich schwer wecken lässt. Außerdem ist es hilfreich zu wissen, ob Geschwisterkinder oder Eltern ebenfalls an einer Enuresis leiden oder gelitten haben. Für eine solche Anamnese stehen dem Arzt spezielle Enuresis-Fragebögen zur Verfügung.

Im weiteren Verlauf werden mögliche körperliche Ursachen erforscht. Dazu gehört beispielsweise eine Urinprobe, um einen Harnwegsinfekt auszuschließen, oder ein Ultraschall der Blase. Auf Verdacht werden weitere körperliche Untersuchungen veranlasst. Zudem wird ein 24-Stunden-Protokoll des Toiletten- und Trinkverhaltens des Kindes benötigt.

Behandlungsmöglichkeiten


Wurde bei der Diagnose eine organische Ursache ausgeschlossen, so wird der Arzt die Eltern des betroffenen Kindes zunächst beruhigen können: Vor dem 6. Lebensjahr wird das Bettnässen normalerweise nicht behandelt. 15% Prozent der Kinder werden pro Jahr auch ohne konkrete Maßnahmen „ganz von allein“ trocken.

Zur Behandlung für ältere Kinder gibt es zahlreiche Möglichkeiten wie z.B. der Verhaltenstherapie, eine medikamentöse Therapie, Psychotherapie oder in schweren Fällen auch eine stationäre Behandlung.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie wird in den meisten Fällen als erste Maßnahme bei kindlicher Enuresis angewandt und erweist sich als äußerst einfache und wirksame Methode. Hier kann ein simples Blasentraining am Tag, Wecken zum Wasserlassen oder Belohnung bei trockenen Nächten schon zum Erfolg führen. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass vom Ausschimpfen und Bestrafen des Kindes für nasse Nächte dringend abgeraten wird. Denn: Für das Kind stellt das Einnässen eine äußerst unangenehme und schambehaftete Situation dar, sodass das Schimpfen und Bestrafen die unangenehmen Empfindungen des Kindes zusätzlich verstärken und negative Auswirkungen auf die Psyche des Kindes haben kann.

Medikamentöse Therapie

Eine medikamentöse Behandlung wird häufig bei erfolglosen verhaltenstherapeutischen Maßnahmen eingesetzt und ist aufgrund möglicher Nebenwirkungen eine Maßnahme zweiter Wahl. Ziel dieser Behandlung ist es die nächtliche Urinproduktion des Kindes zu senken.  Allerdings führt das Absetzen dieser Medikamente in vielen Fällen wieder zu einem Rückfall.

Sollte Ihr Kind unter nächtlichem Bettnässen leiden, zögern Sie nicht und lassen Sie sich von einem Arzt Ihres Vertrauens beraten. Er wird eine Diagnose stellen können und mit Ihnen gemeinsam eine Lösung finden. Generell kann es, im Umgang mit einem bettnässenden Kind, sehr hilfreich sein, ein gewisses Maß an Akzeptanz und Gelassenheit der Situation gegenüber an den Tag zu legen. Niemand kann etwas für diese Situation, weder das Kind, noch Sie als Elternteil. Damit das Kind nicht mehr als notwendig unter dem nächtlichen Einnässen leidet, sollten folgende alltägliche Fragen geklärt werden:

  • Was wird getan, wenn das Bett nass ist? Und wer tut es?

  • Welche Hilfsmittel sind geeignet?

  • Wie mit der emotionalen Belastung umgehen?

 

Hilfsmittel


Spezielle Windelprodukte können in dieser Situation, sowohl für betroffene Kinder, als auch für die ganze Familie, eine große Hilfe sein. Das Kind kann nachts mit einer Vorlage oder Windel versorgt werden. Es wacht im trockenen Bett auf, es fällt weniger Wäsche an, der Geruch ist deutlich reduziert. Zusätzlich kann, bei Bedarf, eine waschbare Unterlage verwendet werden, um die Matratze zu schützen. Ein ruhiger Nachtschlaf für die gesamte Familie hilft, Kräfte für anstrengende Tage zu sammeln.

Eine schwierige Situation für Kinder, die nachts noch nicht kontinent sind, sind oftmals Übernachtungen bei Freunden oder Klassenfahrten. Rein statistisch sind in der Regel in einer Schulklasse mindestens zwei Kinder betroffen. Lehrer kennen das Problem. Sprechen Sie sie rechtzeitig vor der Reise an. Sicher lässt sich ein diskreter Ort für das Umziehen zur Nacht und am Morgen finden. Spezielle unterwäscheähnliche Höschenwindeln können für die Nacht eine sichere und unauffällige Option der Versorgung sein.

berrycare bietet verschiedene Windelhosen für Kinder jeden Alters an. Auch für Situationen, wie z.B. einen Schwimmbadbesuch, finden Sie spezielle Bademode für Kinder (und Erwachsene) im Sortiment.

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